14–20 Minuten

Welche Werbeagentur bietet die besten Social-Media-Kampagnen?

In diesem Beitrag erfahren Sie, wann Social Media für Ihr Unternehmen wirklich sinnvoll ist – und wann vielleicht nicht. Sie lernen, typische Mythen und falsche Erwartungen zu erkennen, Social Media vom Unternehmensziel aus zu denken und eine gute Agentur von einer guten Präsentation zu unterscheiden. Außerdem bekommen Sie konkrete Fragen an die Hand, mit denen Sie im Agentur-Pitch herausfinden können, wie strategisch, kreativ und wirkungsorientiert eine Agentur tatsächlich arbeitet.

Autor: Sandra Kothe, Head of Marketing MAKETTO

Sie sind hier wegen der Frage: Welche Werbeagentur bietet die besten Social-Media-Kampagnen. Darauf gibt es keine seriöse allgemeingültige Antwort. Eine Performance-Agentur kann die beste Wahl sein, wenn:

Deshalb lautet die bessere Frage nicht:

„Welche ist die beste Social-Media-Agentur?“

Sondern:

„Welche Agentur ist die beste für das, was wir erreichen wollen?“

Und genau darüber sollten wir zuerst sprechen.

Warum Unternehmen glauben, eine Social-Media-Agentur zu brauchen

Meist beginnt die Suche nach einer Social-Media-Agentur nicht mit einer Strategie, sondern mit einem Problem.

Die Reichweite sinkt. Instagram läuft nicht. TikTok müsste man „auch endlich mal machen“. Die Konkurrenz ist sichtbarer. Es fehlt Content. Niemand im Unternehmen hat Zeit dafür. Oder die Geschäftsführung stellt irgendwann die berühmte Frage:

„Warum passiert bei uns eigentlich so wenig auf Social Media?“

Alles nachvollziehbare Anlässe. Aber noch lange keine ausreichenden Gründe, eine Social-Media-Agentur zu beauftragen.

Denn Social Media ist zunächst ein Kanal – kein Unternehmensziel.

Mythos 1: „Wir müssen mehr auf Social Media machen.“

Warum? Das ist tatsächlich die wichtigste Gegenfrage.

Mehr Reichweite? Mehr Bekanntheit? Neue Kunden? Bewerber? Eine jüngere Zielgruppe erreichen? Eine Marke aufbauen? Ein neues Produkt bekannt machen? Bestehende Kunden binden?

„Mehr Social Media“ ist kein Ziel.

Eine gute Agentur sollte deshalb nicht sofort einen Redaktionsplan aus der Tasche ziehen, sondern zunächst herausfinden, welches Problem Social Media überhaupt lösen soll.

Mythos 2: „Unsere Konkurrenz ist dort viel sichtbarer.“

Das kann ein guter Hinweis sein. Muss es aber nicht. Wenn der Wettbewerber jeden Tag postet, bedeutet das zunächst nur: Der Wettbewerber postet jeden Tag. Ob daraus Aufmerksamkeit, Relevanz, Leads oder Umsatz entstehen, ist eine völlig andere Frage.

Die Aktivität des Wettbewerbs kann Anlass sein, die eigene Kommunikation zu überprüfen. Sie sollte aber nicht automatisch zur eigenen Strategie werden.

Mythos 3: „Wir brauchen mehr Follower und Reichweite.“

Vielleicht. Aber 100.000 Menschen, die sich nicht für dein Angebot interessieren, können für ein Unternehmen weniger wert sein als 2.000 Menschen aus genau der richtigen Zielgruppe. Reichweite ist deshalb selten das eigentliche Ziel. Sie ist ein Mittel, um ein Ziel zu erreichen.

Die entscheidende Frage lautet: Bei wem wollen wir Reichweite – und was soll anschließend passieren?

Mythos 4: „Wir haben einfach keine Zeit für Social Media.“

Das ist ein guter Grund, Arbeit auszulagern. Aber noch kein guter Grund, Social Media zu betreiben.

Eine Agentur kann Content produzieren, Community Management übernehmen, Videos schneiden und Kampagnen steuern. Sie kann aber nicht die Frage ersetzen, warum das Unternehmen überhaupt kommuniziert und wofür es stehen möchte.

Wer nur das Zeitproblem auslagert, bekommt im schlechtesten Fall sehr zuverlässig sehr viel Content, den niemand braucht.

Mythos 5: „Wir brauchen endlich richtig guten Content.“

Auch das hören Agenturen häufig. Doch bevor Bilder, Videos, Reels oder Posts entstehen, braucht es etwas, das erzählt werden kann.

Was unterscheidet das Unternehmen? Was interessiert seine Kunden? Welche Haltung, welches Wissen, welche Geschichten, Produkte oder Menschen sind relevant?

Content ist die Verpackung. Relevanz ist der Inhalt. Und wenn innen nichts geklärt ist, macht eine schönere Verpackung das Problem nicht kleiner.

Mythos 6: „Wir gehen einfach viral – das kostet doch nichts.“

Die Vorstellung ist verführerisch: Ein kreatives Video, ein guter Creator, der Algorithmus springt darauf an – und plötzlich erreicht die Marke Hunderttausende Menschen. Ohne großes Werbebudget.

Nur: Viralität ist kein Produkt, das man bei einer Agentur bestellen kann.

Eine Idee zu entwickeln, die Menschen wirklich freiwillig anschauen, teilen und weitertragen, ist ausgesprochen anspruchsvoll. Und gute Creator, die nicht nur Reichweite haben, sondern eine Marke verstehen, eine Idee glaubwürdig transportieren und tatsächlich relevanten Content produzieren können, sind weder beliebig verfügbar noch billig.

Dazu kommen Konzeption, Produktion, Abstimmung, Nutzungsrechte, Community Management und häufig viele Inhalte, die eben nicht viral gehen, bevor einer davon durch die Decke geht.

Natürlich gibt es den Glückstreffer: Ein spontan produzierter Inhalt explodiert völlig unerwartet. Schön, wenn es passiert. Als planbare Marketingstrategie taugt Glück allerdings nur bedingt.

Eine gute Agentur kann die Voraussetzungen für hohe organische Reichweite schaffen. Sie kann starke Ideen entwickeln, passende Creator auswählen und Mechaniken verstehen, die Inhalte teilenswert machen.

Sie kann Ihnen aber nicht seriös „viral“ verkaufen.

Und vor allem sollte sie vorher fragen:

Was soll eigentlich passieren, wenn wir viral gehen?

Denn eine Million Views sind noch lange keine Million potenzielle Kunden.

Was muss geklärt sein, bevor eine Social-Media-Agentur loslegt?

Nicht alles muss fertig sein. Genau dafür kann eine gute Agentur schließlich da sein.

Aber gemeinsam sollten zumindest vier Dinge geklärt werden:

Unternehmensziel → Kommunikationsziel → Zielgruppe → Aufgabe von Social Media

Erst daraus lässt sich entscheiden, welche Plattformen sinnvoll sind, welche Inhalte gebraucht werden, ob organische Kommunikation genügt oder Paid Media dazukommt – und ob Social Media überhaupt der wichtigste Hebel ist. Denn manchmal lautet die richtige Empfehlung einer guten Social-Media-Agentur tatsächlich:

„Euer größtes Problem liegt gerade gar nicht in Social Media.“

Und vielleicht ist genau das eines der besten Kriterien, um eine gute Agentur zu erkennen.

Zahnräder visualisieren das Zusammenspiel von Unternehmensstrategie, Marketingstrategie, Kommunikations- und Vertriebsstrategie bis hin zu Content-, Media-, SEO-, Social-Media-, CRM-, Daten- und weiteren Strategien.

Ein paar mögliche Exit-Punkte – Warum denke ich, das Unternehmen braucht mehr Social Media?

Grundsätzlich ist die Präsenz auf sozialen Medien empfehlenswert, aber wie voran erläutert, ist dies ein Rad im Gesamtsystem. Kein zentrales, abgekoppeltes „Drehmomentum“ für Umsatz oder mehr Erfolg.

Brauchen Sie wirklich eine Social-Media-Agentur?

Vielleicht liegen eher diese Probleme unter der Idee über Social-Media:

„Unser Umsatz geht zurück.“
„Wir bekommen weniger Anfragen.“
„Wir finden kaum noch Mitarbeiter.“
„Irgendwie kennt uns keiner.“
„Unsere Konkurrenz ist plötzlich überall.“
„Wir müssen endlich sichtbarer werden.“
„Die anderen machen viel mehr auf Social Media als wir.“
„Unsere Kunden werden älter – wir müssen die Jüngeren erreichen.“
„Wir haben ein gutes Produkt, aber es verkauft sich nicht so, wie wir erwartet haben.“
„Wir posten zwar regelmäßig, aber irgendwie passiert nichts.“
„Wir müssen dringend etwas fürs Image tun.“
„Unsere Marke wirkt irgendwie angestaubt.“
„Wir bekommen kaum noch Bewerbungen, obwohl wir gute Arbeitsplätze haben.“

Das sichtbare Problem ist nicht automatisch die Ursache

Nehmen wir ein einfaches Beispiel:

Der Umsatz geht zurück.

Das kann daran liegen, dass zu wenige Menschen das Unternehmen kennen. Dann kann mehr Sichtbarkeit tatsächlich helfen.

Es kann aber genauso daran liegen, dass sich Kundenbedürfnisse verändert haben. Dass Wettbewerber ein attraktiveres Angebot haben. Dass Preise nicht mehr passen. Dass die Marke an Relevanz verliert. Dass Interessenten auf der Website abspringen. Dass der Vertrieb zu wenig neue Kunden anspricht. Oder dass Menschen zwar kaufen wollen – das Unternehmen aber bei Google schlicht nicht finden.

Dass der Wettbewerber gleichzeitig ziemlich aktiv auf LinkedIn oder Instagram ist, macht Social Media noch nicht zur Ursache seines Erfolgs.

Wir sehen von außen schließlich nur, was er tut. Wir sehen nicht automatisch, was davon funktioniert.

Besonders gefährlich: „Bei denen funktioniert Social Media.“

Woher wissen Sie das?

Vielleicht sehen Sie jeden zweiten Tag einen Beitrag des Wettbewerbers. Viele Videos. Mitarbeiter vor der Kamera. Eine Menge Likes.

Was Sie meistens nicht sehen:

Wie viele Anfragen daraus entstehen. Wie hoch die Kosten sind. Ob neue Kunden gewonnen werden. Wie viel Arbeitszeit hineinfließt. Ob die Zielgruppe erreicht wird. Und ob der Umsatz des Unternehmens vielleicht aus einem völlig anderen Kanal kommt.

Sichtbare Aktivität und wirtschaftliche Wirkung sind zwei unterschiedliche Dinge.

Deshalb ist die Konkurrenz ein guter Anlass, die eigene Situation zu hinterfragen.

Aber kein ausreichender Grund, ihre Maßnahmen zu kopieren.

Gehen Sie einen Schritt zurück

Bevor aus „Unsere Anfragen gehen zurück“ die Entscheidung „Wir brauchen eine Social-Media-Agentur“ wird, sollte dazwischen eine kleine Diagnose stattfinden.

Zum Beispiel:

Was hat sich eigentlich verändert?

Seit wann gehen die Anfragen zurück? Kommen weniger Menschen auf uns zu – oder entscheiden sich nur weniger für uns? Sind bestimmte Kundengruppen weggefallen? Werden wir schlechter gefunden? Hat sich unser Wettbewerb verändert? Ist unser Angebot noch attraktiv? Kennen genügend Menschen unsere Marke? Verstehen sie überhaupt, was uns unterscheidet?

Und erst dann kommt die Frage:

Wo können wir dieses Problem am wirkungsvollsten lösen?

Vielleicht lautet die Antwort Social Media.

Vielleicht lautet sie Google. PR. Vertrieb. Marke. Website. Produkt. Recruiting. Eine Kampagne. Persönliche Ansprache.

Oder eine Kombination aus mehreren Dingen.

Unternehmensziel zuerst. Kanal danach.

Der Weg sollte deshalb eigentlich so aussehen:

„Wir bekommen zu wenige Bewerbungen.“

Warum?

„Zu wenige geeignete Menschen kennen uns als Arbeitgeber.“

Wo erreichen wir diese Menschen und womit können wir sie überzeugen?

Social Media könnte ein sinnvoller Teil der Lösung sein.

Und nicht:

„Wir bekommen zu wenige Bewerbungen.“

„Wir brauchen TikTok.“

Das Gleiche gilt für Umsatz, Leads, Bekanntheit oder Image.

Eine gute Agentur darf Ihnen deshalb auch von Social Media abraten

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.

Wenn Sie mit dem Satz „Wir brauchen Social Media“ zu einer guten Agentur kommen, sollte deren erste Reaktion nicht unbedingt sein:

„Prima. Wir haben drei Pakete für Sie.“

Sie sollte Fragen stellen.

Zum Unternehmen. Zum Markt. Zu Kunden. Zum Vertrieb. Zur Marke. Zu bisherigen Maßnahmen. Zu Zahlen. Und vor allem zu dem, was sich verändern soll.

Denn vielleicht brauchen Sie tatsächlich eine Social-Media-Agentur.

Vielleicht brauchen Sie aber zunächst jemanden, der gemeinsam mit Ihnen herausfindet, warum Ihr Umsatz sinkt, die Anfragen ausbleiben oder die Bewerbungen nicht mehr kommen.

Und erst danach entscheidet sich, welche Rolle Social Media dabei spielen kann.

Treten Sie auch hier immer wieder einen Schritt zurück und bedenken Sie: Wer nur Äpfel verkauft, wird immer für Äpfel argumentieren, weil er sonst kein Geschäft macht.

Wenn Sie sich sicher sind, und letztendlich in Gesprächen mit Agenturen, Social-Media-only oder Full-Service-Agenturen (heißen gern auch Kreativagenturen, Kommunikations-Agentur, Werbeagentur, Online-Marketing-Agentur, Content-Agentur, Influencer-Marketing-Agentur, Digitalagentur, u.v.m.) – dann folgt hier noch eine kleine Hilfestellung:

Was muss eine gute (Social-Media-)Agentur können?

Wenn Ziel, Zielgruppe und Aufgabe von Social Media geklärt sind, beginnt die eigentliche Arbeit. Und die besteht aus deutlich mehr als guten Reels, schönen Bildern und einem funktionierenden Redaktionsplan.

Eine gute Agentur muss vor allem eines können:

Aus einem Unternehmensziel eine Kommunikationsidee machen, die Menschen interessiert.

Dazwischen liegen einige entscheidende Schritte.

Sie muss das Unternehmen verstehen

Bevor eine Agentur kommuniziert, sollte sie verstehen, für wen sie eigentlich kommuniziert.

Was verkauft das Unternehmen wirklich? Warum kaufen Kunden dort? Was unterscheidet es vom Wettbewerb? Wie möchte es wahrgenommen werden? Wo liegen Stärken – und vielleicht auch Schwächen? Welche Ziele verfolgt das Unternehmen in den nächsten Jahren?

Das klingt nach Markenstrategie und nicht nach Social Media?

Genau.

Denn Social Media macht eine Marke sichtbar. Und bevor man etwas sichtbar macht, sollte man wissen, was man zeigen möchte.

Sie muss Menschen verstehen – nicht nur Zielgruppen

„25 bis 45 Jahre, urban, überdurchschnittliches Einkommen, interessiert an Nachhaltigkeit.“ Kann stimmen. Erzählt uns aber noch nicht besonders viel.

Menschen öffnen Instagram, TikTok, LinkedIn oder YouTube nicht, weil sie heute unbedingt Werbung sehen möchten.Sie wollen unterhalten werden. Etwas erfahren. Sich inspirieren lassen. Mitreden. Ablenkung. Lösungen finden. Oder einfach fünf Minuten Zeit totschlagen.

Eine gute Social-Media-Agentur muss deshalb verstehen, was Menschen in einer bestimmten Situation interessiert – und wo sich dieses Interesse mit dem Unternehmen überschneidet. Genau dort entsteht relevanter Content.

Sie muss eine Idee entwickeln können

Das ist für uns der entscheidende Punkt.

Ein Redaktionsplan ist noch keine Strategie.
Ein Format ist noch keine Kampagne.
Und 30 Posts sind noch keine Idee.

Eine gute kreative Leitidee schafft einen Zusammenhang. Sie sorgt dafür, dass unterschiedliche Inhalte erkennbar zu einer Marke gehören und sich über Wochen, Monate oder sogar Jahre weitererzählen lassen.

Im besten Fall funktioniert diese Idee sogar außerhalb von Social Media. Denn Menschen unterscheiden nicht zwischen Social, PR, Werbung, Website und Marke.

Sie erleben ein Unternehmen.

Sie muss den richtigen Kanal auswählen – nicht jeden Kanal bespielen

„Wir machen Facebook, Instagram, TikTok, LinkedIn und YouTube. Kann richtig sein. Kann aber auch fünfmal Arbeit für wenig Wirkung bedeuten.

Die Frage ist nicht, auf welchen Plattformen ein Unternehmen theoretisch vertreten sein könnte. Sondern wo Zielgruppe, Inhalt und Kommunikationsziel sinnvoll zusammenkommen.

Für ein B2B-Unternehmen kann das LinkedIn sein. Für ein Consumer-Produkt TikTok und Instagram. Für erklärungsbedürftige Produkte vielleicht YouTube. Und manchmal ist die richtige Antwort eine Kombination.

Nicht überall stattfinden. Sondern dort relevant sein, wo es etwas bringt.

Sie muss organisch und bezahlt zusammendenken

Die Vorstellung, guter Content verbreite sich automatisch, hält sich hartnäckig. Manchmal passiert das tatsächlich. Darauf eine Unternehmensstrategie aufzubauen, wäre allerdings mutig.

Paid Social ermöglicht es, gute Inhalte gezielt den Menschen zu zeigen, für die sie relevant sind. Gleichzeitig liefert organische Kommunikation wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Themen, Formate und Ideen funktionieren.

Beides gegeneinander auszuspielen ergibt deshalb wenig Sinn.

Die kreative Idee erzeugt Aufmerksamkeit. Media sorgt dafür, dass sie die richtigen Menschen erreicht.

Und sie muss wissen, wann Social Media nicht mehr Social Media ist

Das ist vielleicht die wichtigste Fähigkeit.

Eine gute Idee kann auf Instagram entstehen und anschließend von Medien aufgegriffen werden. Ein Video kann Suchanfragen auslösen. Eine Kampagne kann Menschen auf die Website bringen. Ein Song kann auf Spotify landen. Ein Social-Media-Thema kann plötzlich PR werden.

An diesem Punkt sollte eine Agentur nicht sagen:

„Dafür sind wir nicht zuständig.“

Sondern überlegen: Was können wir aus dieser Aufmerksamkeit jetzt machen? Denn Unternehmen brauchen am Ende keine Posts. Sie brauchen Wirkung.

Eine Social-Media-Agentur stellt sich vor: Schöne Cases. Aber war die Agentur auch gut?

Auf den Folien: bekannte Marken, schöne Kampagnen, hohe Reichweiten, ausgezeichnete Designs und beeindruckende Videos. Alles sieht hervorragend aus.

Das Problem dabei: Ein Case zeigt Ihnen zunächst nur das Ergebnis, das die Agentur Ihnen zeigen möchte.

Er verrät Ihnen noch nicht, welches Problem gelöst werden sollte, welchen Anteil die Agentur daran hatte, wie sie zu ihrer Lösung gekommen ist – und ob die Kampagne überhaupt erfolgreich war.

Welche Fragen sollte ich einer (Social-Media)Agentur stellen, um heraus zu finden, ob sie gut ist?

Wenn Sie herausfinden möchten, wie gut eine Social-Media-Agentur wirklich arbeitet, lohnt es sich deshalb, bei einem präsentierten Case ein paar Fragen tiefer zu gehen.

1. „Was war eigentlich das Problem des Kunden?“

Das ist unsere Lieblingsfrage.

Nicht: Was war das Briefing?
Nicht: Was habt ihr gemacht?

Sondern:

Welches unternehmerische oder kommunikative Problem sollte gelöst werden?

Eine gute Agentur sollte das ziemlich klar beantworten können. Wenn die Antwort hauptsächlich aus „mehr Sichtbarkeit“, „Awareness schaffen“ oder „die Marke emotional aufladen“ besteht, fragen Sie weiter:

Warum war das für den Kunden wichtig?

Irgendwann sollten Sie bei einem echten Unternehmensziel ankommen.

2. „Warum habt ihr genau diese Lösung gewählt?“

Jetzt wird es interessant.

Warum TikTok? Warum Influencer? Warum diese kreative Idee? Warum drei Videos pro Woche? Warum Paid Social? Warum diese Zielgruppe? Es geht nicht darum, ob Sie selbst dieselben Entscheidungen getroffen hätten.

Sie wollen herausfinden, ob die Agentur ihre Entscheidungen begründen kann. Gute Agenturarbeit hat ein Warum.

3. „Was kam von euch – und was kam vom Kunden oder anderen Agenturen?“

Eine überraschend aufschlussreiche Frage.

Bei größeren Kampagnen arbeiten häufig mehrere Partner zusammen. Strategie kommt von Agentur A, Film von Agentur B, Media von Agentur C und Social Media vielleicht von Agentur D. Das ist vollkommen normal.

Wichtig ist nur zu wissen:

Welcher Teil des Cases zeigt tatsächlich die Kompetenz der Agentur, die gerade vor Ihnen sitzt?

4. „Was hat nicht funktioniert?“

Eine unserer liebsten Fragen. Denn nahezu jede echte Kampagne hat Dinge, die nicht funktionieren.

Ein Format performt schlechter als erwartet. Eine Zielgruppe reagiert anders. Ein Kanal bringt nichts. Ein Motiv floppt. Eine Annahme stellt sich als falsch heraus. Wenn Ihnen eine Agentur zehn Cases präsentiert, bei denen vom ersten Tag an alles perfekt funktioniert hat, dürfen Sie zumindest neugierig werden.

Interessanter als der Fehler selbst ist:

Was habt ihr daraus gelernt – und was habt ihr anschließend verändert?

5. „Woran habt ihr gemessen, ob die Kampagne erfolgreich war?“

Jetzt verschwinden manchmal die schönen Bilder und es wird etwas stiller. Millionen Impressions können großartig sein. Oder vollkommen wertlos. Likes können wichtig sein. Views auch. Follower ebenfalls. Entscheidend ist aber immer, was ursprünglich erreicht werden sollte.

Fragen Sie deshalb:

Was waren die KPIs – und warum genau diese? Und anschließend:

Was hat sich für den Kunden dadurch tatsächlich verändert? Das können Verkäufe sein. Leads. Bewerbungen. Markenbekanntheit. Suchvolumen. Website-Traffic. Wiederkäufe. Marktanteile oder andere für das Ziel relevante Größen. Nicht jede Wirkung lässt sich unmittelbar in Euro übersetzen.

Aber eine Agentur sollte erklären können, welche Wirkung sie erzeugen wollte und woran sie diese erkennt.

6. „Was hättet ihr mit dem heutigen Wissen anders gemacht?“

Damit verlassen Sie endgültig das Pitch-Deck. Eine gute Agentur wird darauf meistens eine Antwort haben. Denn gute Leute analysieren ihre eigene Arbeit. Sie wissen, wo sie Budget anders verteilt hätten, welche Idee sie früher beendet hätten oder welches Potenzial sie erst während der Kampagne entdeckt haben.

Die Antwort zeigt Ihnen etwas, das keine Hochglanzfolie zeigen kann:

Wie reflektiert arbeitet diese Agentur eigentlich?

7. Und zum Schluss: „Was davon würdet ihr bei uns genauso machen?“

Die richtige Antwort darauf lautet ziemlich häufig:

„Wahrscheinlich gar nichts.“

Denn Ihr Unternehmen ist nicht der Case auf Folie 17. Sie haben andere Kunden, andere Ziele, andere Produkte, andere Mitarbeiter, andere Wettbewerber, eine andere Marke und wahrscheinlich auch ein anderes Budget.

Cases sollten zeigen, wie eine Agentur denkt. Nicht, welche Lösung sie Ihnen noch einmal verkaufen möchte.

Der eigentliche Agenturtest findet zwischen den Folien statt

Lassen Sie sich deshalb im Pitch nicht nur Ergebnisse zeigen.

Lassen Sie sich Entscheidungen erklären.

Wie wurde aus einem Problem eine Strategie? Wie wurde daraus eine Idee? Warum wurden bestimmte Kanäle gewählt? Was wurde verworfen? Was ging schief? Was wurde gelernt? Und welche Wirkung entstand am Ende? Denn schöne Cases können viele Agenturen präsentieren.

Interessant wird es, wenn Sie anfangen, Fragen dazu zu stellen.

Der Altersschnitt muss nicht jung sein

Ein erstaunlich hartnäckiger Mythos lautet: Wer jung ist, kann Social Media. Natürlich wachsen jüngere Menschen selbstverständlicher mit TikTok, Instagram und neuen Plattformen auf. Sie kennen Trends, Formate und Nutzungsgewohnheiten häufig sehr gut.

Aber: Eine Plattform zu benutzen und sie strategisch für ein Unternehmen einzusetzen, sind zwei verschiedene Fähigkeiten.

Nur weil jemand täglich TikTok nutzt, weiß er noch nicht automatisch, wie man eine Marke positioniert, eine Zielgruppe versteht, eine kreative Leitidee entwickelt, Budgets sinnvoll einsetzt oder Kommunikation mit Unternehmenszielen verbindet.

Umgekehrt macht ein höheres Alter niemanden weniger geeignet für Social Media. Erfahrung in Strategie, Marke, Kreation, Psychologie, Vertrieb oder Unternehmenskommunikation kann sogar entscheidend dafür sein, dass aus einem Trend mehr wird als nur ein Trend.

Die beste Kombination ist deshalb nicht jung oder alt.

Sie ist Erfahrung + Plattformverständnis + Neugier + Kreativität + strategisches Denken.

Und vielleicht noch als kleine Schluss-Pointe:

Fazit: Erst das Ziel, dann der Kanal

Die beste Social-Media-Agentur ist nicht die mit den schönsten Cases, den meisten Followern oder den jüngsten Mitarbeitern. Sie ist die, die Ihr Unternehmen versteht, die richtigen Fragen stellt und Social Media nicht als Selbstzweck betrachtet.

Bevor Sie also nach einer Agentur suchen, klären Sie zuerst: Was soll sich für Ihr Unternehmen verändern? Erst danach entscheidet sich, ob Social Media der richtige Weg ist – und welche Agentur dafür die richtige sein kann.

Denn am Ende brauchen Unternehmen keine Posts, Reels oder Millionen Views. Sie brauchen Wirkung. Mehr Umsatz.

Lesen Sie hier über unsere Social-Media-Kampagne für HEYDRY (Tosa home appliances GmbH) – crossmedial, ‚Entertainment first‘ – für mehr Reichweite, Bekanntheit und final mehr Umsatz.

Lesen Sie über unser Marketingangebot hier weiter.

Sie möchten diesbezüglich weiter beraten werden? Schreiben Sie uns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert